Initiative im Kreistag: FDP/Perspektive-Fraktion bringt Anträge zum Regionalplan Wind ein
- Redaktion der Neuen Perspektive Vogtland

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Aktualisiert: vor 4 Minuten
Auf Initiative der Wählergemeinschaft Neue Perspektive Vogtland hat die gemeinsame Fraktionsgemeinschaft FDP/ Perspektive zwei Anträge zum Thema "Regionalplan Wind" in den Kreistag eingebracht. Wie aus der offiziellen Tagesordnung hervorgeht, sollen diese dem Kreistag bereits am 25. Juni 2026 zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt werden. Es werden nach aktuellem Stand die einzigen Anträge zu diesem Thema sein.
Nachdem wir in den vergangenen Wochen in mehr als 40 Ortschaften im Vogtlandkreis unterwegs waren und die Vogtländer per Flyer über den Regionalplan Wind informiert haben, kommt nun der nächste Schritt: Wir bringen das Thema in den Kreistag des Vogtlandkreises.
Im Rahmen dieser Anträge möchten wir zwei Punkte in den Mittelpunkt stellen: Zum einen betrifft das den Schutz der Trinkwasser- und Grundwasserressourcen im Vogtlandkreis und zum anderen die Beteiligung von Bürgern, Gemeinden und dem Kreistag an der Regionalplanung.
Aus unserer Sicht sind die acht Wochen Beteiligungsfrist zu kurz, um den vorgestellten Regionalplan und dessen Auswirkungen auf das Vogtland kritisch zu prüfen und Stellung zu beziehen. Man darf ein Thema mit einer derart großen Tragweite für das Vogtland nicht einfach so durchwinken. Daher wird einerseits eine Verlängerung dieser Frist beantragt und andererseits eine Beteiligung des Kreistages eingefordert.
Denn wenn es nach der Kreisverwaltung gehen würde, dann bekämen die Kreisräte die Stellungnahme des Landkreises zum Regionalplan Wind nicht zur Beratung vorgelegt – obwohl der Regionalplan Wind weitreichende Auswirkungen auf die Identität und die Zukunft unseres Landkreises haben könnte und der Kreistag die Bürgervertretung des Vogtlandkreises ist! Dass es geht, sehen wir in anderen sächsischen Landkreisen, wie der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge: Der dortige Landrat hat dem Kreistag die Stellungnahme vorgelegt.
Ein Thema, das in der aktuellen Debatte immer noch zu wenig Beachtung findet, ist der Schutz unseres Trinkwassers. Denn laut dem Regionalplan Wind liegen neun geplante Windvorranggebiete in Teilen oder komplett in Trinkwasserschutzgebieten. Betroffen davon sind insbesondere die Talsperren Dröda, Muldenberg und Werda. Aus diesen Talsperren erhalten zwei Drittel der Vogtländer frisches Trinkwasser. Dazu kommen noch zwei betroffene Quellgebiete. Dieses Thema betrifft somit nicht nur einzelne Gemeinden, sondern den gesamten Landkreis!
Es ist traurig, dass wir im Jahr 2026 überhaupt über den Schutz unseres Trinkwassers und Grundwassers streiten müssen. Eigentlich müsste er doch selbstverständlich sein! Kreisrat David Drechsel
Mit unserem zweiten Antrag möchten wir das Thema nun stärker in den Mittelpunkt rücken. Unser Ziel: Der Vogtlandkreis muss sich unmissverständlich für den Schutz unserer Trinkwasser- und Grundwasserressourcen einsetzen. Denn die Energiewende darf unsere Daseinsvorsorge nicht gefährden! Zudem fordern wir die Landkreisverwaltung auf, die amtlichen Hohlraumkarten an den Planungsverband weiterzuleiten, um die geologischen Besonderheiten unseres Vogtlands sowie Bergbauüberreste in der Planung zu beachten. Darüber hinaus fordern wir eine Überprüfung der Messstelleninfrastruktur zur Überwachung des Gewässerzustands, ob diese in Bezug auf den Windkraftausbau überhaupt noch ausreicht.
Warum führen wir diese Debatte überhaupt? Windräder bergen in Trinkwasserschutzgebieten klare Risiken – etwa durch den Einsatz wassergefährdender Stoffe (wie Getriebeölen, Hydraulikölen und Kühlmitteln sowie Mikroplastik), massive Eingriffe in den Boden oder Bodenverdichtungen durch den Bau von Zufahrtswegen. Genau aus diesen Gründen sind Industrieanlagen dort normalerweise verboten oder streng reglementiert. Zugleich muss aber auch klar darauf hingewiesen werden, dass die Verordnungen der Trinkwasserschutzgebiete von der Unteren Wasserbehörde wirksam angepasst werden können, um den Trinkwasserschutz zu gewährleisten.
Unsere Position ist klar: Wir fordern Transparenz sowie die umfassende Einbeziehung des Kreistages und der Bürger vor Ort. Wir dürfen den Ausbau erneuerbarer Energien nicht zulasten unserer natürlichen Lebensgrundlagen vorantreiben. Stattdessen fordern wir eine Politik, die auf fundierten Fakten basiert, den Gesetzen der Naturwissenschaften folgt und die Sicherheit unserer Umwelt und Daseinsvorsorge in den Mittelpunkt stellt. Wir setzen uns mit ganzer Kraft dafür ein, dass das Vogtland auch in Zukunft eine lebenswerte Heimat bleibt – mit Weitblick und Augenmaß.
WG Neue Perspektive Vogtland



